Loslassen

Bald wird mein „Kleiner“ 11. Also noch nicht so bald, aber irgendwie schon sehr bald. Gerade war er noch 3, konnte kaum reden und sehr tapsig gehen und heute weiß er alles besser und hat immer Recht. Und ich meine wirklich „alles“ und „immer“.

Wann ist das passiert? Wann ist aus dem kleinen, süßen und neugierigen Zwerg, der seine Mama anhimmelt, dieser mittelgroße, immer noch süße Besserwisser geworden, der seine Mama nervig findet?

Irgendwann am Ende der Grundschulzeit meine ich war das. Und jetzt? Wie geht man damit um? Ist dieses Ziehen im Bauch ein Schmerz, den ich die nächsten Jahre runterschlucken muss? Ich weiß, es geht jetzt ums „Loslassen“ und ich weiß Loslassen ist das Akzeptieren des Ist-Zustandes. Aber ich will es nicht akzeptieren! Er war ein liebes und gut erzogenes Kind, (ok, ich bin da wohl sehr subjektiv 😉 ) und jetzt sitzt neben mir beim Fußball schauen ein Nörgler, der jeden meiner Kommentare zum Spiel kritisiert bis ich nichts mehr sage.

Fragen über Fragen

Muss ich wirklich anführen, wer unser Sky-Programm bezahlt? Er ist doch mein Sohn und ich bin kein kleinlicher Spießer. Werde ich langsam zu einem? Macht das die Pubertät mit den Erwachsenen? Pubertierende Teenager ziehen ihre Eltern zu Spießern heran? Und er ist ja noch gar kein Teenager! Kann er dann schon in der Pubertät sein? Beginnt alles schon etwas früher, als zu unserer Zeit? Und hört es dann auch früher auf?

Die Zeiten vor 7 Jahren

Fakt ist ich fühle mich in meinen eigenen Wänden nicht besonders wohl und, was noch schlimmer ist, ich habe das Gefühl, als hätte ich die Zeiten vor 7 Jahren nicht genug genossen. Als er mich noch brauchte und bewundert hat, nur weil ich ihm und seinen Kumpels das Abseits erklären konnte. Ich vermisse den Kleinen und das ist nicht gesund, ich weiß. 😥

Und dann begreife ich, dass ich jetzt die Chance habe sein Weg zum Erwachsen werden mitzuerleben und beschließe es zu genießen! Ich versuche gelassener mit dem coolen Neun-mal-klug umzugehen, der immer noch ein Kind ist und dem ich jetzt wohl Grenzen aufzeigen muss. Das ist auch ein Meilenstein auf dem noch langen Weg.

Und dann schaue ich mir noch ein letztes Mal, ein Video von damals an…

4 Gedanken zu “Loslassen

  1. Ich kann Dich so gut verstehen 😊 und ich finde es schön, wie Du den Blickwinkel änderst und auch mir damit geholfen hast, zu erkennen, was für ein Geschenk es ist, unsere Jungs beim Großwerden begleiten zu dürfen! ❤️
    ..aber gottseidank haben wir ja auch noch unsere Erinnerungen 😊

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    1. Liebe Uli, Danke für Deine aufmunternden Worte. Manchmal hilft es auch einfach nur zu wissen, dass man mit dem „Terror“ nicht alleine ist 😉 Gerade kam wieder ein Wutausbruch aus dem Kinderzimmer, daher übertreibe ich etwas 😉 Lieben Gruß

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